Karte vergrößern
Nordrhein-Westfalen

Historischer Stadtkern Bad Salzuflen

Stadtgeschichte
Ansicht der Stadt Salzuflen von Norden (Kupferstich von Elias van Lennep, um 1663)

Salzuflen gehört zu den ältesten Salzgewinnungsstätten im deutsch-sprachigen Raum. Zwischen 1036 und 1051 schenkte der Paderborner Bischof Rotho dem Kloster Abdinghof eine Salzstätte in Uflen („locum salis in Uflon"). Diese Ersterwähnung von Ort und Saline ist im übrigen, entgegen früherer Auffassung, nicht exakt datierbar.
Dort, wo der heutige Salzhof liegt, westlich der „Salze", befand sich die Saline. Unter der Herrschaft der Grafen von Sternberg (1226 bis 1377) entstand östlich des Flusses in erhöhter Lage rund um den Hafermarkt eine Gewerbesiedlung, deren ellipsenförmiger Grundriss im Kartenbild der Stadt noch heute ablesbar ist. Während der „Soester Fehde" wurde der nur wenig befestigte Ort 1447 von böhmischen Söldnern zerstört. Mit dem Wiederaufbau entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auch ein Mauerring mit drei Wehrtürmen und vier Toren. 1488 erhielt der so vergrößerte Ort durch den lippischen Landesherrn Bernhard VII. die Stadtrechte.
Da Salzuflen das Salzmonopol in Lippe besaß und der Handel mit dem „weißen Gold" auch über die Landesgrenzen hinaus florierte, gelangte der Ort zu bemerkenswertem Reichtum. Im Fürstentum Lippe übertraf um 1550 lediglich die Hansestadt Lemgo die Wirtschaftskraft Salzuflens. Die Stadt zahlte zum Beispiel fünfmal soviel Reichssteuern wie Detmold.

Vom Wohlstand der Salzufler Bürgerschaft im 16. und frühen 17. Jahrhundert zeugen noch heute die vielen im Stil der Renaissance errichteten Bauten in der Innenstadt. Beendet wurde diese Blütezeit schließlich durch den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648). Zwischen 1624 und 1645 halbierte sich die Zahl der Stadtbewohner durch Kriege und Pestepidemien auf 900. Ein verheerender Brand vernichtete 1762 weite Teile der Stadt. Zu guter Letzt musste im Jahre 1766 die wichtigste Einnahmequelle Salzuflens, die Saline, an den lippischen Landesherrn verkauft werden.
Um auf Dauer den Salzbedarf des Landes Lippe decken zu können, ließ der neue Besitzer das Salzwerk grundlegend modernisieren. Für die Gewährleistung einer möglichst rationellen und energiesparenden Salzgewinnung errichtete man Gradierwerke. Durch die Gradierung konnte der Salzgehalt der zu verarbeitenden Sole von sechs auf circa 20 Prozent erhöht werden. Da alle Gewinne aus dem Handel mit dem Salz nun aber an den Landesherrn fielen, konnte Salzuflen von der Saline nicht mehr profitieren; der Ort blieb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine kleine, unbedeutende Landstadt.

Erst als Medizinalrat Dr. Heinrich Hasse 1817 die Einrichtung einer Badeanstalt beantragte, begann allmählich der Aufschwung als Badeort. Bereits im folgenden Jahr wurde der Badebetrieb aufgenommen.
Der Namenszusatz „Bad" durfte jedoch erst ab 1914 geführt werden. Vier Jahre später wurde aus dem „Fürstlich-Lippischen Sol-Thermalbad" das lippische „Staatsbad Salzuflen".