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Nordrhein-Westfalen

Historischer Stadtkern Lemgo

Stadtgeschichte
Kuperstich, von Lennep, um 1665

Gegr체ndet im 12. Jahrhundert blickt die Stadt Lemgo nunmehr auf eine 800-j채hrige Geschichte zur체ck. Die von Bernhard II. zur Lippe n철rdlich der Bega-Auen gegr체ndete Altstadt weist eine planm채횩ige Anlage mit einem Dreistra횩enschema auf, das in der Region sonst nur in Lippstadt zu finden ist. Die heutige Echternstrasse, Mittelstra횩e und Rampendal/Papenstra횩e bilden die leiterf철rmig miteinander verbundenen Hauptstra횩en, die gemeinsam in ein Stadttor m체nden.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde s체dlich der Altstadt in der damaligen Bega-Aue die Neustadt - zun채chst als eigenst채ndiges Gemeinwesen- gegr체ndet. Ihre Anlage erfolgte in einem Zweistra횩enschema.

Mitte des 14. Jahrhunderts wurden Alt- und Neustadt vereinigt und durch einen gemeinsamen Wall und Graben gesichert. Die einzige durchlaufende Nord-S체d-Achse innerhalb des Stadtgrundrisses bildet die heutige Breite Stra횩e.

Schnell gewann Lemgo wirtschaftliche Bedeutung und trat im 14. Jahrhundert der Hanse bei. Die Handelsbeziehungen der Kaufleute, die gemeinsam mit den St채dten Herford und Bielefeld im sog. 얤철lner Quartier Handel mit T체chern, Garnen und Leinen trieben, reichten bis nach Skandinavien und Flandern. Auch wenn Lemgo keine Residenzstadt wurde, entwickelte sie sich aufgrund ihrer g체nstigen Lage und wirtschaftlichen Bedeutung zur bev철lkerungsreichsten Stadt in der Grafschaft Lippe. Reich verzierte Steingiebel und Fachwerkh채user aus der Zeit der Gotik und der Renaissance sind Zeugnis des Reichtums und des Wohlstands der Stadt in dieser Epoche.

Der Drei횩igj채hrige Krieg (1618 -1648) markiert den Endpunkt dieses prosperierenden Abschnitts der Lemgoer Stadtgeschichte. Pestepidemien, Einquartierungen und Kontributionsleistungen f체hrten zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt und lie횩en sie zu einer unbedeutenden Ackerb체rgerstadt absinken.

W채hrend des 18. Jahrhunderts gewann die Stadt 체berregional Bedeutung als Stadt des Buchdrucks und Verlagwesens. Schwerpunkte handwerklicher T채tigkeit waren daneben der Wagenbau und die Herstellung von Meerschaumpfeifen. Die Siedlungserweiterung 체ber den historischen Stadtkern hinaus setzte verst채rkt erst um 1870 ein. Der Bau der Eisenbahn im Jahre 1896 verbesserte die Anbindung der Stadt bedeutend. Im Zuge der Errichtung des Bahnhofs wurde der westliche Teil der Wallanlagen zu Gunsten einer repr채sentativen Strasse (heute Engelbert-Kaempfer-Strasse) zum Bahnhof abgetragen. In den Jahrzehnten danach war die M철belindustrie, die sich aus einzelnen Handwerksbetrieben entwickelte, der beherrschende Industriezweig.

Den 2. Weltkrieg hatte die Stadt nahezu unversehrt 횥berstanden. Die zunehmende Mobilit채t und der wachsende Wohlstand f체hrten in der Nachkriegszeit zu einer Abwanderung der Bev철lkerung aus der historischen Innenstadt. Die in den 1970-er Jahren eingeleitete Stadterneuerung hat diesem Trend erfolgreich entgegengewirkt. In beispielhafter Weise ist es gelungen, historische Bausubstanz zu erhalten und mit qualitativ anspruchsvoller moderner Architektur zu erg채nzen. Die Bev철lkerungszahl stieg nach dem Krieg durch den Zuzug von Fl체chtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten auf 20.000 Einwohner an. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurden 13 bisher selbstst채ndige Gemeinden in das Stadtgebiet Lemgos eingemeindet. Die Bev철lkerungszahl wuchs auf 38.000 Einwohner (1969).

Zeitgleich mit der Gr체ndung der Stadt Lemgo baute Bernhard II. vor den Toren Lemgos in der Bega-Aue eine steinerne Wasserburg. Sie wurde eines der Fundamente der Herrschaft der Edelherren zur Lippe. Rund 400 Jahre sp채ter erweiterte Graf Simon VI. die Burg zum Schloss und machte sie zu einer der bedeutendsten Bauten der Weserrenaissance. W채hrend seiner Herrschaft war Schloss Brake auch lippische Residenz. Nach Verlegung des Hofes nach Detmold blieb Brake fur Jahrhunderte Witwensitz, bis das Schloss schlie횩lich in 철ffentlichen Besitz 체berging. Heute ist das Schlo횩 체berregional als 얱eserrenaissancemuseum bekannt.


Hier finden Sie die Denkmalbrosch체re:

http://www.lemgo.net/2155.html