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Nordrhein-Westfalen

Historischer Stadtkern Arnsberg

Stadtgeschichte

Ein markantes Jahr für die Arnsberger Geschichte ist das Jahr 1371, als mit dem Tod Gottfrieds IV. das seit 1060 herrschende Grafengeschlecht von Arnsberg ausstirbt und die Grafschaft an die Kölner Kirche übertragen wird. Aus dieser Zeit stammen auch die Rüdenburg auf dem Römberg und das auf der gegenüberliegenden Seite befindliche Arnsberger Schloss. Beide Befestigungen sind heute noch in Resten erhalten, die Arnsberger Schlossruine wurde in den vergangenen Jahren aufwändig restauriert.

Im 14. Jahrhundert steigt die Bedeutung Arnsbergs. Die Stadt wird Hauptstadt des kurkölnischen Herzogtums Westfalen. 1794 findet hier sogar der Kölner Domschatz für einige Jahre Zuflucht, 1816 wird Arnsberg preußisch und Sitz der königlichen Bezirksregierung. Das Regierungsviertel im klassizistischem Stil ist heute noch erhalten. Die Schlossruine, das Alte Rathaus und der Maximilianbrunnen bilden heute den Kern der historischen Altstadt. Eine bewegte Vergangenheit haben auch die Propsteikirche Sankt Laurentius und das Hirschberger Tor, Überbleibsel eines 1753 erbauten Jagdschlosses.

Bei den Grafen, Kurfürsten, Hessen und Preußen
Arnsbergs Vergangenheit ist geprägt von einer traditionsreichen Geschichte,
in  der  die Grafen von Arnsberg, die Kölner Kurfürsten, die Landgrafen und
Großherzöge  von Hessen-Darmstadt und die Könige von Preußen die Hauptrolle
spielen.  Noch heute entdeckt man die Spuren der 770jährigen Geschichte auf
Schritt und Tritt.

Die Grafenzeit
Alles  begann im 11. Jahrhundert mit den Grafen. Graf Bernhard II. von Werl
errichtete  um  1060  die  Rüdenburg, auch "Alte Burg" genannt. Um das Jahr
1100  baute  Graf  Friedrich  der  Streitbare  auf  der  gegenüberliegenden
Bergkuppe,  dem  "Adlerberg"  (heutiger  Schlossberg)  eine zweite Burg, in
deren  Schutz  sich wenige Jahre später 13 freie Familien ansiedelten. Hier
residierten  die  Grafen  von  Arnsberg  neun  Generationen  lang.  1170/73
stiftete  Graf  Heinrich  I.  von  Arnsberg  weit südlich vor der Stadt das
bedeutende  Prämonstratenserkloster  Wedinghausen,  das  zur  Grablege  der
Grafenfamilie wurde.
Graf  Gottfried  IV.,  der letzte Graf von Arnsberg, hinterließ keine Erben
und  vermachte  seine  Grafschaft  1368  dem  Kölner Erzstift. Als einziger
weltlicher  Fürst wurde er dafür im Kölner Dom bestattet (1371). Von nun an
war   Arnsberg   Hauptstadt  des  kurkölnischen  Herzogtums  Westfalen  und
entwickelte sich zur kurfürstlichen Residenzstadt.
Die  Grafenburg  auf  dem  Schlossberg  wurde  zum  Ausgangspunkt  für  die
Entstehung der mittelalterlichen Stadt. Schon vor 1200 entstand die heutige
Oberstadt,  die  sich  bis  zum  Glockenturm  erstreckte und mit Türmen und
Mauern  stark  befestigt  war.  Das rasche Anwachsen der Bevölkerung machte
bald  eine Erweiterung nötig. So entstand bis 1240 die Unterstadt, die sich
bis zur ehemaligen Klosterpforte (heute Lindenberg) erstreckte.

Die kurkölnische Zeit
Mit  der  kurkölnischen Zeit begann in Arnsberg eine Ära, die von Prunk und
ausschweifendem   Hofleben  gekennzeichnet  war.  Erzbischof  Salentin  von
Isenburg  ließ  1575  das  Schloss  erneuern.  Kurfürst  Ernst  von  Bayern
errichtete  1605  für  seine  Mätresse den Landsberger Hof und widmete sich
dort  mehr  den  weltlichen  Genüssen als den geistlichen Pflichten. Da die
Kurfürsten auch leidenschaftliche Jäger waren, richtete Maximilian Heinrich
von Bayern 1652 einen riesigen Tiergarten ein. Adelsfamilien siedelten sich
in  der  kleinen  Residenzstadt  an  und erbauten stattliche Wohnsitze. Das
Schloss wurde mehrfach renoviert. Seinen letzten prachtvollen Ausbau erfuhr
es  in  den Jahren nach 1725 unter Kurfürst Clemens August von Bayern durch
den  westfälischen  Barockbaumeister  Johann Conrad Schlaun. Doch ein jähes
Ende  dieser  prunkvollen  Zeit stand bevor: 1762 wurde das Schloss während
des  Siebenjährigen Krieges von alliierten preußischen Truppen belagert und
in Brand geschossen und später an sieben Stellen gesprengt.

Die hessische  und preußische Zeit
Das  Jahr  1802  schrieb  Geschichte.  Auf  Befehl des Landgrafen Ludwig X.
besetzten hessisch-darmstädtische Truppen das Herzogtum Westfalen, dass bei
der  Säkularisation  1803  endgültig an den Landgrafen fiel. Arnsberg wurde
hessische Regierungsstadt. Doch diese politische Ära währte nur kurz. Schon
13  Jahre  später  teilte  der Wiener Kongress das Herzogtum dem Königreich
Preußen   zu.  Mit  der  preußischen  Besitznahme  1816  begann  eine  neue
Zeitrechnung. Die Preußen setzten in Arnsberg neue Akzente. Die Stadt wurde
Sitz  des  Regierungspräsidenten,  der Bau des Klassizismusviertels brachte
neue architektonische Maßstäbe in die Stadt. Um den Neumarkt herum entstand
für  die  neuen  Beamten, die nach Arnsberg zogen, ein eigenes Wohnviertel,
die  "kleine  Berliner  Stadt"  mit  55 Bürgerhäusern, Behördenhäusern, der
evangelischen  Auferstehungskirche,  dem Hotel "Zum König von Preußen", der
Post und dem Gesellschaftshaus (Casino).

Aktuelle Daten
Heute  ist Arnsberg noch immer Sitz des Regierungspräsidenten. Von hier aus
wird  der  flächengrößte nordrhein-westfälische Regierungsbezirk verwaltet.
Auf  einer  Höhe  von  146m über NN liegt die Stadt landschaftlich reizvoll
inmitten der Natur und wird von der Ruhr sanft durchflossen. 63 Prozent des
Stadtgebietes besteht aus Wald.
Im   Rahmen   der  kommunalen  Neugliederung  werden  1975  die  bis  dahin
selbstständigen  Städte Arnsberg, Neheim-Hüsten sowie 12 kleinere Gemeinden
zusammengeschlossen.  Damit  wächst  Arnsberg  auf  heute  insgesamt 80.536
Einwohner  zur  größten  Stadt des Hochsauerlandkreises an. Im historischen
Arnsberg leben heute 19.090 Einwohner.