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Nordrhein-Westfalen

Historischer Ortskern Aachen-Kornelimünster

Stadtgeschichte
Heiligtumsfahrt

Kornelimünster liegt malerisch schön im Tal der Inde, was in der Sprache der Kelten „anschwellender Fluss“ bedeutet. Rechts und links neben dem historischen Ortskern erinnern schroffe Felsen daran, dass Kornelimünster in der Voreifel liegt.

Schon zur Zeit der Römer lag der Ort an einer Hauptverkehrsverbindung in Richtung Trier. Das Varnenum, eine gallo­römische Kultstätte, war der westgermanischen Göttin Sunuxsal geweiht. Es wurde bis zur Mitte des dritten Jahrhunderts genutzt. Die Ausgrabungen können heute oberhalb des historischen Ortskerns besucht werden.

Der Nächste, der im damals noch „Inda“ genannten Kornelimünster Geschichte schrieb, war Ludwig der Fromme, Sohn und Nachfolger Kaiser Karls des Großen. Ihm war das Leben am Aachener Hof zu laut und zu weltlich. Deshalb suchte er einen Ort der Stille und Meditation. Sein Freund und Berater Wizia, ein Westgote, gründete unter dem Namen Benedikt von

Aniane im Indetal ein Reformkloster. Von Ludwig gefördert, stieg er zum Vorgesetzten aller Klöster des Frankenreiches auf. Die für das Kloster gegründete karolingische Kirche erhielt in ihrem Eingang eine Grablege, die für Ludwig und seine Gattin vorgesehen war.

Ludwig der Fromme entnahm dem Kirchenschatz der Marienkirche seines Vaters in Aachen, dem heutigen Aachener Dom, drei Stoffreliquien, die als Salvatorreliquien verehrt werden.

Die Heiligtümer machten Kornelimünster zu einem bedeuten en Wallfahrtsort. Alle sieben Jahre finden hier die Heiligtumsfahrten, parallel zu Aachen, statt. Die nächsten sind vom 20. bis 30. Juni 2014.

Kornelius, der Schutzheilige des Hornviehs, stand den Menschen in Inda wohl besonders nahe, denn der Ort wurde spätestens seit 1028 Kornelimünster genannt. Dem Patron zu Ehren findet im September eine jährliche „Korneliusoktav“ statt. Dabei werden daumengroße Brötchen unter die Pilger verteilt. Sie werden nicht gegessen, sondern zu Hause verwahrt. Die Legende sagt: Wer ein Korneliusbrötchen besitzt, wird nie Hunger leiden. Die Wallfahrten machten die Abtei reich und mächtig. Große Ländereien, der Besitz von Kupfermühlen und Steinbrüchen trugen außerdem zu ihrem Wohlstand bei. Der ehemalige Landbesitz, der sich weit über Kornelimünster hinaus ausdehnt, heißt bis heute im Volksmund das „Münsterländchen“.