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Nordrhein-Westfalen

Historischer Ortskern Dahlem-Kronenburg

Stadtgeschichte

Gerlach von Dollendorf und Kronenburg herrscht bis Anfang des 14. Jahrhunderts über die Burg und die Siedlung, die auf einem nach drei Seiten abfallenden Bergsporn liegt. Die wankelmütige Politik des Regenten führt 1307 schließlich dazu, dass die Burg durch den Grafen von Luxemburg und den Erzbischof von Köln zerstört wird. Ende des 15. Jahrhunderts ist die wehrhafte Befestigung im Besitz des Grafen von Manderscheid-Schleiden, der sie wieder auf- und ausbaut. "Burg, Vorburg und Tal", wie die zur Befestigung gehörende Siedlung mit Handwerkern und Bauern genannt wird, sind im heutigen Kronenburg noch erkennbar. Von der Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert existieren nur noch Überreste.

Die topographische Lage verhinderte im Mittelalter eine Ausdehnung des Ortes. Dafür präsentiert sich die Altstadt von Kronenburg heute als geschlossene mittelalterliche Siedlung. Textilindustrie und Landwirtschaft bildeten für die Bürger einst die Existenzgrundlage. In der "Zehntscheune" mussten die abgabepflichtigen Bauern Tribut leisten, heute beherbergt das historische Gebäude ein beliebtes Lokal.


Einige Daten über die Entstehung Kronenburg

1277: Kronenburg wird zum erstenmal in einer Urkunde der Abtei Stablo-Malmedy erwähnt. Der Ort gehörte zu dieser Zeit zur Herrschaft der Edelmänner von Dollendorf.

1327: Eine eigenständige Kronenburger Linie trennt sich von den Dollendorfern ab.

1414: Die Linie stirbt mit Ritter Peter aus. Die Rolle der Kronenburg als Residenz ist zu Ende. Fortan verwalten Amtsmänner wechselnder Eigentümer den Ort; Bedeutung erlangte Kronenburg durch die in der Eifel zunehmenden Eisenindustrie.

Kronenburg bleibt trotz der vielen verschiedenen Herrschaftszugehörigkeiten letztlich luxemburgisch.

1555: Kaiser Karl V. (Herzog von Luxemburg) übergibt seinem Sohn Philipp II. von Spanien die Niederlande. So bildet Kronenburg mitten in der Eifel eine spanische Enklave, wodurch es im Volksmund den Namen "Spanisches Ländchen" erhält.

1715: Die Kriege und die mit ihnen ständig wechselnden Besetzungen des Ortes (Holländer, Lothringer, Spanier, Franzosen, Kaiserliche) nehmen ein Ende; Das Land erholt sich nur langsam.

1794: Es kommt zu einem wirtschaftlichen Aufschwung durch die Besetzung des linksrheinischen deutschen Gebietes durch die Franzosen.

Seit 1819: Endgültiger Niedergang Kronenburgs durch den Bedeutungsverlust der örtlichen Eisenindustrie. Das Gebiet verliert den wirtschaftlichen Zusammenhang durch die vielen neugeschaffenen Verwaltungsbezirke; es wird an neue Arbeitsmärkte nicht angeschlossen.

Die Einwohnerzahl sinkt von 600 um 1800 auf 350 um 1900.