Denkmal des Monats - Februar 2017

Südwestfalen
Hof Hallenberg (Hallenberg)

Der Hof Hallenberg (im Ort auch als Karl-Wilmches-Haus bekannt) befindet sich im historischen Ortskern in unmittelbarer Nähe von Pfarrkirche und Petrusbrunnen. Es handelt sich um ein Ackerbürgerhaus, zu dem früher auch Landflächen vor den Stadtmauern gehörten. Die Lage lässt darauf schließen, dass hier sehr früh - vermutlich spätestens im 17. Jahrhundert - ein Gebäude errichtet wurde. Das Haus wurde im Jahr 1818 grundlegend renoviert und erhielt sein heutiges Gesicht.

Auf einer Balkeninschrift an der Vorderfront heißt es: „Schau mich an und thu mich lesen /ein altes Haus bin ich gewesen/Wer mich aniezo betracht /so bin ich wieder neu gemacht/Ano 1818/Ich Wilhelm Müller und Anna Cadrina Anthe haben durch Gottes Hülf und Macht dis Haus instand gebracht. Anno 1818, den 4ten Juni/Der Zimmermeinster ist Johanes Brand".

Das Haus hat die große Brandkatastrophe von 1883 überlebt, bei der in zwei aufeinanderfolgenden Juninächten weite Teile der Stadt dem Feuer zum Opfer fielen.

Der Hof Hallenberg repräsentiert mit seiner baulichen und wirtschaftlichen Geschichte die kleinstädtische Entwicklung mehrerer Jahrhunderte.

Das Haus wurde 2014-2015 grundhaft saniert und zu einer Frühstückspension „umgebaut".

Das Fachwerkhaus "Hof Hallenberg" erhielt den Rheinisch-Westfälischen Staatspreis für Denkmalpflege 2015 für vorbildlich instand gesetzte Denkmäler. „Dank des vorbildlichen Engagements der neuen Eigentümer aus Köln, die das leer stehende Gebäude trotz finanziellem Risiko erwarben, aufwendig und sensibel saniert und zu einer Frühstückpension umgebaut haben, können heute Gäste die Geschichte des Gebäudes erleben. Die denkmalgerechten Umbauten erfolgten auf hohem technischem und handwerklichem Niveau. Die Liebe zum Detail und das Bemühen um den Erhalt der Originalsubstanz ist in allen Bereichen spürbar. Die starke finanzielle und ideelle Unterstützung des Vorhabens durch die Stadt und die Bürgerschaft ist beispielhaft." so LWL-Chefdenkmalpfleger und Jurymitglied Dr. Holger Mertens.