Denkmal des Monats - Mai 2017

Südwestfalen
Hagenkapelle von 1872 (Schmallenberg)

In den Jahren 1872 / 1873 wurde die Hagenkapelle von den Brüdern Josef und Franz Schulte eigenhändig und mit eigenen Mitteln zu Ehren der Gottesmutter erbaut. Die Einweihung erfolgte am 17. Januar 1874 durch den Oberkirchener Pfarrer. Die der hl. Maria geweihte Hagenkapelle, ein achteckiger Zentralbau des Neubarock, verfügt über eine Pfingsttaube auf dem Mitteltondo. Die mit einem bemerkenswert reich gestalteten Altar mit Madonnenbild, Vorhangmotiv, Tabernakel und Sarkophag-Mensa ausgestattete Kapelle ist mit einem Gestühl des Neubarock versehen. Der mit einem guten schmiedeeisernen Abschlussgitter versehene Eingang zeigt die marianischen Symbole und die Marienkrone. Die Fenster wurden als rautenförmige Eisensprossenfenster der Zeit mit Klarverglasung gestaltet.

Das Äußere der Kapelle entspricht dem Innenraum. Auf die aus Schiefergestein mit Backsteingliederung erbauten Wandfelder folgen rundbogige Blenden, das eine über das andere Wandfeld wurde entsprechend durchfenstert. Die achtseitige Pyramidenhaube, ausgestattet mit einem hölzernen Glockendachreiter, ist mit Schiefer eingedeckt.

Im unmittelbaren Umfeld der Kapelle beginnt der Kreuzweg mit 14 Stationen. Zum 100jährigen Jubiläum wurde der Kreuzweg grundlegend erneuert. Die bildhaften Darstellungen der einzelnen Stationen hatten durch Krieg und Witterung stark gelitten. Sie wurden durch Naturschiefer-Reliefs, die der heimische Künstler Arnold Siepe fertigte, ersetzt. Durch den Wintersturm Kyrill am 18./19. Januar 2007 wurde das umliegende Wäldchen, welches überwiegend aus Fichten bestand, weitgehend zerstört. An der Kapelle und den Kreuzwegstationen entstand nur geringer Sachschaden. Durch eine gemeinsame Aktion vieler Dorfbewohner wurden die entstandenen Schäden beseitigt.