Denkmal des Monats - Januar 2014

Südwestfalen
Ehemaliger Gasthof, Zum Festplatz 2 (Bad Berleburg)



Gebäude

Im Herzen des Wittgensteiner Landes liegt Stünzel, der kleinste Ortsteil der Stadt Bad Berleburg. Hervorgegangen aus der einst wohl größten Hofstelle des Ortes entstand hier 1784 ein Hofgebäude, das in den Jahren 1910/1912 zu einem Gasthaus erweitert wurde. Das zweigeschossige Fachwerkhaus setzt sich aus zwei Gebäudeteilen zusammen. Der Wohnteil des alten Hauses wurde von dem neueren Teil umfasst, der Scheunenteil des Altbaus ragt heute noch an der Rückseite des Hauses heraus. Der damalige Eigentümer und Bauherr Heinrich Grübener reagiert mit dem Umbau auf den zu Anfang des 19. Jahrhunderts beginnenden Tourismus im Tal. Die günstige Lage nahe des wichtigen Stünzeler Festplatzes, damals wie heute Austragungsort des Stünzelfestes, war ein weiterer Beweggrund zur Initiative Grübeners.

In seinem straßenseitigen, jüngeren Teil weisen das Erd- und Obergeschoss Wohn- und Gasträume auf. Das Haus wird durch einen breiten Querflur erschlossen, an den rechts Ausschank und Gastraum anschließen. Links des Flures liegen die ehemalige Küche, die Viehküche, die Speisekammer und weitere Kammern. An den Wohnteil grenzt der ältere, aber stark veränderte Stall- und Scheunenteil an.

Mit Ausnahme der zur Straße gelegenen und mit Schmuckelementen versehenen Fachwerk-Giebelseite sind alle Fassaden des jüngeren Gebäudeteils teilweise aufwändig verschiefert. Alle Fassaden in diesem Bereich sind aus der Zeit um 1912 erhalten.

 

Die jüngere Geschichte

Das in weiten Teilen unveränderte Haus ist sehr gut überliefert, es hat eine hohe Bedeutung für den Ortsteil Stünzel.

Beispielhaft ist vor allem das große Engagement der Einwohner für ihr Denkmal in Stünzel. Nachdem der letzte Eigentümer des ehemaligen Gasthofes Grübener 2009 verstorben war, stand das Gebäude leer und drohte zu verfallen. Nach Hinweisen einiger Einwohner Stünzels, die den Wert des Hauses früh erkannt hatten, stellten Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe den Denkmalwert des ehemaligen Gasthofes fest.

Die engagierten Denkmalfreunde gründeten den Förderverein "Altes Gasthaus", stellten Nutzungskonzepte auf, legten bei Entrümpelungsaktionen selbst Hand an und waren schließlich bei der Suche nach Kaufinteressenten bei einem niederländischen Ehepaar erfolgreich. Somit war die Zukunft für das erst kürzlich in die Denkmalliste eingetragene Gebäude gesichert.