Denkmal des Monats - Januar 2008

Südwestfalen
Das Kunsthaus Rietberg (Rietberg )



Am 10. Juni 2007 wurden das Kunsthaus Rietberg und der nahe gelegene Klostergarten Rietberg feierlich eröffnet. Gebäude und Park präsentieren das Werk des 1929 in Duisburg geborenen und im Rietberger Ortsteil Varensell ansässigen Künstlers Dr. Wilfried Koch.  19 Bronzeskulpturen des Künstlers haben inzwischen ihren festen Standort im Klostergarten und in und um das Kunsthaus gefunden. Das Kunsthaus selbst beherbergt das malerische und zeichnerische Werk, das in wechselnden Ausstellungen gezeigt wird, ergänzt um Unterlagen und Dokumente zur Person des Künstlers und zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Dr. Wilfried Koch wurde einem breiten Publikum vor allem durch seine „Kleine Stilkunde der Baukunst“ (1967) und die große „Baustilkunde – Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart“ (1982) bekannt, einem Standartwerk, das bisher in 21 Sprachen übersetzt wurde.

Die Bemühungen um die Einrichtung des Museums und die Herrichtung des alten Rietberger Klostergartens zu einem öffentlich begehbaren Skulpturen-Park haben eine lange Vorgeschichte. Schon seit 1973 hatte es Versuche gegeben, das erst ab 1898 zum klösterlichen Brevier- und Wandelgarten umgestaltete Gelände an der Ems zu erwerben und zu einem öffentlichen Park umzuwidmen. Erfolgreich war die Stadt jedoch erst bei ihrem erneuten Anlauf ab 2001 im Rahmen des NRW-Förderprogramms „Gartenlandschaft Ostwestfalen-Lippe / Neue ‚Alte’ Gärten“.

Seit 2001 gab es konkrete Überlegungen, das bildhauerische und malerische Werk von      Dr. Wilfried Koch für Rietberg zu gewinnen und hier dauerhaft auszustellen. Für die Gemälde und Zeichnungen musste ein geeignetes Gebäude, möglichst in der Nähe zum Klostergarten, gefunden werden. Als ein solches Gebäude wurde alsbald das leer stehende, aus dem Jahre 1767 stammende Ackerbürgerhaus Emsstraße 10 in Erwägung gezogen. Außer einem fachgerechten Umbau des Hauses war jedoch noch ein Verbindungstrakt zum Alten Progymnasium, dem historischen Fachwerkbau der 1743 gegründeten ehemaligen Rietberger Lateinschule, das heute die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv, das Standesamt und den Ratssaal beherbergt, notwendig. Dieser Trakt sollte die beiden Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, erschließen und gleichzeitig die gesetzlich vorgeschriebenen Notausgänge für die verschiedenen Geschossebenen aufnehmen.

Vom Rietberger Architekturbüro Meyer & Kleinewietfeld wurde sowohl das Ackerbürgerhaus zum Museum umgebaut als auch der Verbindungsbau in der Form des bestehenden Glaskubus verwirklicht. Der Kubus dient heute als Foyer und Eingang zur Stadtbibliothek sowie zum Museum. Der Grunderwerb, der Umbau des Hauses und der Bau des Glaskubus wurden ebenfalls vom Land NRW gefördert. Die Eheleute Dr. Wilfried und Hilde Koch haben das wissenschaftliche und künstlerische Werk von Dr. Wilfried Koch in die Kulturstiftung der Sparkasse Rietberg eingebracht. Eigentümer des Kunsthauses ist die Stadt Rietberg, die das Museum auch betreibt.